Jaaa, ich weiß, länger nichts mehr geschrieben...
Dafür jetzt die Bilder von unserem Kräftskiva (Krebsfest). Ist hier Tradition, wir waren ein bisschen spät dran, eigentlich feiert man das im August.
Diese Kräftor sind übrigens Süßwasserkrebse, die man nachts aus den unzähligen schwedischen Seen fischt. Unsere kamen allerdings aus der Tiefkühltruhe...
Gekocht werden die Tierchen in einem Sud aus Wasser, Bier und ich weiß nicht was noch alles und wechseln dann die Farbe von graubraun zu feuerrot.
Auch ganz wichtig: die Dekoration. Ja, man trägt tatsächlich hässliche Krebshüte, auch die echten Schweden machen das so.
Ihr denkt wahrscheinlich man isst diese Spezialität schön gesittet mit speziellen Krebsmessern oder so, aber neeeein: man knackt die Panzer mit den Zähnen auf und schlürft dann möglichst laut den komischen Biersud und das Fleisch heraus. Mmmmh, hört sich gaaaar nicht eklig an.
Am Ende hat man dann ein klitzekleines bisschen Fleisch und ganz viel Müll: Panzer, Kopf, Beine...
Die sind ganz schön barbarisch, die Schweden. Therese, meine Mitbewohnerin hat uns die ganze Prozedur erstmal vorgeführt und dafür vor allem von unserer Französin, Jeanne, angeekelte Blicke geerntet. Wir haben es aber alle tapfer versucht und nach zwei Krebsen hatte ich dann auch endlich raus, wie man am besten den Kopf abbekommt und den Panzer knackt.
Nach der Sauerei riechen die Hände dann unglaublich nach den Krebsen und man muss sie mit Zitrone abreiben.
Therese
Skeptische Blicke
Das allerwichtigste an der ganzen Sache ist - wie eigentlich immer in Schweden - der Alkohol. Man trinkt seltsamen Schnaps und singt noch seltsamere schwedische Trinklieder. Haben wir natürlich auch gemacht. Besonders gut fand ich eines, dessen ganzer Text eigentlich nur aus dem Satz "runter mit dem Schnaps" besteht (den schwedischen Satz hab ich vergessen), und das auf die Melodie von "Oh Tannenbaum" gesungen wird.
Später auf dem Weg in die Stadt
Ansonsten muss ich hier tatsächlich arbeiten und dauernd Essay schreiben: in meinem Kurs über indisches Theater haben wir einen zweistündigen Film auf Hindi ohne Untertitel gesehen, über den wir jetzt einen Text schreiben sollen und in meinem Fashion Studies Kurs halte ich morgen ein Referat über Dandys.
Ich hoffe euch gehts allen gut, ich nehme dann übrigens auch gerne eure Besuchstermine hier entgegen...
Ich habe das ganze ja teilweise schon am Telefon gehört, ein solches Essen - mit Hüten -ist ganz schön schräg und eigenartig. Wenn einer eine Reise tut ...
AntwortenLöschenDas Referat über Dandys würde mich mal interessieren.
Machs weiterhin gut und geh auf viele Feste, damit wir armen daheimgebliebenen etwas lernen können; liebe Grüße
Bäebel
lass uns mal die woche telefonieren, um die terminkalender abzugleichen. ich muss in den kommenden wochen zu sooo vielen konzerten, ich weiß gar nicht, ob ich es noch nach schweden schaffe ;)
AntwortenLöschenach, und nicht von den indischen theatermenschen ärgern lassen. die haben alle einen an der klatsche. so!
ich finde dies einen sehr guten brauch. krebse schmecken sehr gut. ich mag auch frauen mit hüten auf. superschweden
AntwortenLöschenJetzt musst du einfach mal die Schweden mit einigen schrägen deutschen Gerichten überraschen. Zum Beispiel "Himmel und Erd", das ist Kartoffelbrei, drüben kommt eine gebratene Blutwurst und ebenfalls drauf eine große Portion Apfelbrei. Klingt schrecklich, schmeckt köstlich. Du brauchst es nicht zu kochen, sondern nur davon erzählen, das reicht schon, dass deine Schweden die Augen verdrehen. Oder "Gaisburger Marsch", das Lieblingsgericht von unserem Bundespräsidenten (aber der ist auch vom Essen her in der für mich absolut falschen Partei): "Gaisburger Marsch", auch genannt "Verheierte", oder "Böckinger Feldgeschrei", ist ein traditionelles schwäbisches Eintopfgericht.
AntwortenLöschenZur Zubereitung wird eine kräftige Rinderbrühe mit Ochsenfleisch und Suppengrün gekocht. Das Fleisch wird in Würfel geschnitten und mit gekochten Kartoffeln und Spätzle auf einem Teller angerichtet. Die heiße Brühe wird darüber gegossen und mit in Butter goldbraun gebratenen Zwiebeln serviert. Ob der Bundespräsident dazu auch ein allerfeinstes Hütchen trägt und "Runter mit dem Schnaps" trällert, ist mir allerdings nicht bekannt.
Liebe Grüße. Sigi
Hey Annika,
AntwortenLöschenwollte mich mal wieder melden, ohne wirklich Neuigkeiten oder etwas Weltbewegendes zu sagen zu haben. Ich hoffe, dir gehts gut und dass du zwischen schwedischen Trinkliedern, Krebsen und Dandy-Referaten die coolen Berliner nicht vergisst.
Viele Grüße,
Herr The.
@herr the: neeein! natürlich vergess ich euch nicht. hoffe dir gehts gut?
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