2009-08-30

Popaganda


Das war ein anstrengendes Wochenende! So anstrengend, dass ich heute erst mal wieder einen kleinen Rückfall ins Kranksein hatte und den ganzen Tag im Bett bleiben musste.
Freitag und Samstag war ich bei Popaganda Festival, das auf einem Schwimmbadgelände in Södermalm stattfand. Es war schön aber ich muss sagen: richtiges Festivalfeeling kam irgendwie nicht auf. Könnte daran liegen, dass man überhaupt kein eigenes Essen geschweige denn Getränke mit auf das Gelände nehmen durfte, Bier mal wieder 5 Euro kostete und dieses außerdem nur in einer bestimmten, mit Zäunen abgetrennten Region des Geländes getrunken werden durfte. Wenn man in den Alkoholiker Bereich reinwollte, wurde natürlich erst mal der Ausweis gecheckt. Meiner kam dem schwedischen Sicherheitstypen anscheinend nicht ganz echt vor, er hat ihn ungefähr fünf Minuten misstrauisch beäugt und mich dann sichtlich widerstrebend durchgelassen. 
Freitag Nachmittag hab ich mir mit Inga als erstes El perro del mar angeschaut, was sehr sehr schön war!

Inga
Die Fotos von den Musikern sind diesmal wie ihr seht nicht von mir, meine Kamera ist einfach überfordert mit großen Entfernungen und Scheinwerfern!


Nach diesem Einstieg mussten wir uns erstmal aufwärmen und sind Cafe trinken gegangen - außerhalb des Festivalgeländes.
Abends spielte dann Lykke Li, die wieder mal großartig war. So gut wie das letzte Mal im roten Salon zwar nicht, das liegt aber wahrscheinlich daran, dass diesmal alles viel professioneller war. Ich hab mich gleich wieder in die wallenden Fransengewänder verliebt, mit denen sie auf der Bühne so schöne dramatische Posen kreiert! Das hatte wirklich was von einer Schamanin oder Hohepriesterin, und die ganzen schwedischen kleinen Mädchen sind vor lauter Ehrfurcht und Aufregung ziemlich hysterisch geworden.
Schon den ganzen Tag hatten dunkle Wolken unheilschwanger mit Regen gedroht, anfangen musste es natürlich genau während dem Lykke Li Konzert.

Pünktlich zum Ende des Konzerts war auch der Regen wieder vorbei, wir sahen und Steve Aoki nur aus der Ferne zu und dann warteten alle auf MGMT.
Und wieder das gleiche Spiel wie bei Lykke Li: Die Band betritt die Bühne, der Regen fängt an zu prasseln. Diesmal hat es richtig geschüttet, selbst Kathis Jeansjacke konnte mich nicht lange trockenhalten. Das Konzert selber fand ich auch nicht so toll. Man mag es nicht glauben, aber irgendwie kamen unser aller Lieblingssommerhymnen live nicht so gut rüber.


Nach dem Konzert waren wir alle vollkommen durchnässt und beschlossen, Tanzen und Telepathe im Debaser ausfallen zu lassen um unsere Gesundheit nicht komplett zu ruinieren.
Samstag war Inga trotzdem erkältet und ich traf mich erstmal mit Linnéa. Suburbian kids with biblical names sind bisher meine einzige neuentdeckte schwedische Band und gefallen garantiert allen von euch, die auch Jens Lekman mögen. 
Danach haben wir uns noch Anna Ternheim angeschaut, die auch live eine beeindruckend schöne, starke Stimme und eine wahnsinnige Ausstrahlung hat.

Linnéa und ich hatten uns total auf Camera Obscura gefreut, die auf der kleinen Bühne aber gewaltige Soundprobleme hatten. Die Stimme der Sängerin hat man fast nicht gehört, was die Band dann auch sichtlich geärgert hat.


Diesmal haben wir die letzten Bands einfach ausfallen lassen und sind stattdessen kurz nach Hause und dann in den Debaser. Weil wir vor den ganzen Festivalbesuchern da waren, war die Schlange noch nicht ganz so lang. Obwohl im Club Liveline spielten, die auch im Programm des Festivals standen, mussten wir nochmal Eintritt zahlen, 80 Kronen (8 Euro), ohne unser Festivalband wären es 100 gewesen. Diese Stadt ist soooo teuer. Es war aber trotzdem ein sehr schönes Wochenende. Morgen muss ich wieder in die Uni und erfahre vielleicht die Ergebnisse von meinem Schwedisch Test!
Inga, ich und Linnéa
Gute Nacht!

2009-08-27

090828


Mittwoch hatte ich mein erstes Seminar. Drei Stunden Geschichte des indischen Theaters. Sehr langweilig. Danach musste ich einen Aufsatz mit 200 Wörtern über meine ersten Schultage schreiben - auf Schwedisch, damit meine Sprachkenntnisse eingestuft werden können. Ich hab mal heimlich beim rausgehen fotografiert, die waren wirklich sehr strikt, wir durften noch nicht mal unsere Jacken über den Stuhl hängen, sondern mussten sie auf den Boden legen!

Das ist die Tunelbana Station "Universitet"


Sieht auch nicht viel anders aus als die FU

Nur mit noch mehr Wiesen drumherum

Jetzt aber zu etwas angenehmerem als indischem Theater und Tests: Jennys Cupcakes! Gestern hatte sie wieder einen großen Auftrag und stand den halben Tag in der Küche. Theres und ich durften auch mal probieren...



Heute und morgen bin ich beim Popaganda Festival um Lykke Li, MGMT, Camera Obscura und hoffentlich viele neue schwedische Bands zu sehen! 
Krammar, Annika

Viel Glück!

Herr Thé, ich drücke Ihnen grade die Daumen! 

2009-08-26

Waschtag


Auch auf die Gefahr hin, euch zu überfordern, noch ein kleiner Post.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich kannte dieses System noch nicht: Man hat hier keine Waschmaschine in der Wohnung, sondern es gibt einen Waschraum im Keller, den man mit diesem lustigen Bord, einer Nummer und kleinen Schlüsseln buchen muss. Und dann sollte man nicht vergessen, wann man gebucht hat...






PS: Das mit den Farben fängt langsam an, sich durchzuziehen, rote Katze, gelbe Waschmaschinen... 

Purple/Turquoise








2009-08-25

250809


Heute habe ich Freundschaft mit einer kleinen roten Katze geschlossen. 





Später war ich am Hafen Eis essen mit Jeanne und Linnéa.

Morgen hab ich meinen ersten Kurs und meinen Schwedischtest. 
Puss och kram, Annika

2009-08-23

I´ve got a feeling the weather is changing


Sooo, nach längerer Abwesenheit endlich wieder ein Post.
Wo fange ich an? Letzte Woche hatte ich meine ersten Veranstaltungen an der Uni. Das war stressig, letztendlich aber gar nicht schlimm. Leute (naja, andere Erasmus Studenten) kennenlernen ist sehr einfach und es ist ziemlich faszinierend zu sehen, wie schnell sich verschiedene Gruppen bilden. Auch ein bisschen unheimlich.
Mittwoch: Stockholm Rundfahrt. Hab ich eigentlich nur gemacht, weil es der erste Termin war und ich Leute kennenlernen wollte, die Stadt kenne ich mittlerweile ja schon relativ gut. Erster Eindruck: Es sind unglaublich viele Deutsche hier! Ich hab aber als erstes einen Französin, Jeanne, kennengelernt. Irgendwann kam ich nicht mehr um die Deutschen herum und traf sogar ein Mädchen, das Theaterwissenschaft an der FU studiert und sich für den gleichen Platz beworben hatte wie ich! Die haben mein Bewerbungsschreiben also doch gelesen...
Nach der Rundfahrt war ich mit ein paar Leuten Kaffee trinken und Nummern austauschen.
Donnerstag: Student Union Gebühr zahlen. Die Student Union ist so eine Vereinigung, in der alle Studenten sind, die einem bei allen möglichen Problemen mit der Uni hilft. Auf dem Programm stand, wir könnten von 9 bis 13 Uhr bezahlen, ich hatte mich um 11 verabredet. Wir zogen Wartenummern, ich hatte 456 oder so, auf der Anzeige stand grade 180. Die Wartezeit verbrachten wir damit, auf dem Campusgelände herumzuspazieren, das wirklich unglaublich schön ist. Riesige Wiesen mit ein paar Gebäuden drauf, auf einer Halbinsel (natürlich) und direkt am Meer (natürlich).
Als wir zurück zum Schalter kamen, waren sie gerade bei 302. Eine halbe Stunde später war der Schalter plötzlich zu. Wir hatten 4 Stunden umsonst gewartet.
Aus lauter Frustration sind wir dann nach Södermalm Kuchen essen gegangen. Wir ist übrigens Jeanne, die Französin, Silvia aus Italien und Inga aus Deutschland. Alle sehr nett, ich bin aber natürlich die Älteste. 
Nächstes Mal gibt es wieder mehr Fotos aber ich wollte nicht dauernd fotografieren, das machen hier nämlich alle und es nervt ganz schön!
Freitag hatten wir dann ein anstrengendes Programm, von Versicherungen über die Student Union über das akademische System über die Geschichte der Uni über unseren Studenten Account wurde ein riesiger Berg Informationen in unsere Köpfe gestopft.
In den Pausen mussten wir unsere P-Number (eine fiktive Nummer weil wir keine Personennummer wie die Schweden haben) herausfinden und uns für den Einstufungs-Schwedisch Test anmelden. Jaaa, ich hab Mittwoch meinen ersten Test!
Die Uni Krankenschwester erklärte uns: Dass wir eventuell Heimweh haben könnten (Oh nein!)
Warum: Andere Kultur, anderes Essen, es ist immer dunkel (Ach so!)
Was wir dagegen unternehmen können: Rausgehen, uns mit Freunden treffen, Sport machen (bestimmt nicht!)
Was wir nicht machen sollen: Alkohol trinken, Schalftabletten nehmen (Echt nicht?)
Ihr seht es war ein bisschen merkwürdig.
Abends veranstaltete die Student Union einen "Pub", was hier Party bedeutet. Beginn war um 7! Wir kamen um 8, warteten eine halbe Stunde und wurden weggeschickt, weil es schon voll war. Stattdessen sind wir dann in die Stadt gefahren und haben unterwegs noch ein paar andere Leute aufgesammelt, unter anderem Linnea, eine Finnin aus dem schwedischsprachigen Teil von Finnland, mit der ich mich gleich ziemlich gut verstanden habe.
Alles in allem war der Abend sehr schön, wir waren im Debaser Medis, einem Indie Club in Södermalm. Sehr schöne Menschen, sehr schöne Musik.

Freitag Nacht kam dann für mich das böse Erwachen, irgendwann bei dem ständigen Warten und dem Wechsel zwischen sonnig und warm und kalt und windig muss ich mir eine Erkätung geholt haben (oder die Schweinegrippe von den Erasmus Studenten aus der ganzen Welt, haha).
Gestern hab ich also den ganzen Tag im Bett verbracht, mit Schüttelfrost und Halsweh und Heimweh.
Heute ging es aber schon wieder besser und ich hab mich mit Linnea, der Finnin getroffen, was sehr schön war. Wir waren im Modernen Museum wo ich ein Poster für mein kahles Zimmer erstanden habe. Den Rest des Abends werde ich mit Tee und Hühnersuppe im Bett verbringen weil ich morgen wieder ziemlich viel Uni habe. 
Gehabt euch wohl, ihr Lieben!
Puss och Kram.

2009-08-18

Happy birthday Maurice


Happy birthday Maurice!

(Source: Urban Outfitters)

Wochenende


Jetzt bin ich wieder allein hier, nachdem ich Sebastian gestern zu einer unmenschlich frühen Tages- oder eher Nachtzeit (wir sind um 2 Uhr aufgestanden!) zu T Centralen gebracht habe.
In den letzten Tagen hatten sich aber noch ein paar Bilder angesammelt, die unser letztes Wochenende dokumentieren:

Das hier ist eines von Jennys Kuchenkunstwerken. Schmeckte nach Himbeer, Limette und Nougat, nach einem Stück war man aber auch satt.

Freitag in der Pet Sounds Bar. Bier: 4,50.

Es ist immernoch Sale hier. Sebastian musste sich noch mit Cheap Monday Hosen eindecken. Ich war brav und hab nichts gekauft.
Samstag im Snotty. Bier: 4,70.
Mitternachtssnack im Regen
Meine schönen Schuhe
Montagmorgen: Nachdem ich Sebastian zum Flughafenbus gebracht hatte, musste ich eine halbe Stunde im völlig leeren T Centralen warten.
Heute kam übrigens eine Karte aus Finnland! Vielen Dank, Kathi!

2009-08-13

Gröna Lund

Gestern: Herumschlendern und Kaffee trinken in Södermalm. 
Sebastian sagt: Was man auf dem Foto nicht sieht: wir saßen in einem Schaufenster. Ich war dagegen aber Annika wollte in den Ohrensessel. 


Heute waren wir in Gröna Lund, dem Vergnügungspark direkt am Wasser. Sehr teuer. Man muss Eintritt zahlen und dann noch mal extra Coupons für jede Attraktion lösen. Dafür bekommt man dann aber das schönste Kettenkarussell in dem ich je war.
Sebastian sagt: Ich wollte nicht aber Annika wollte Achterbahn fahren. Annika setzt sich immer durch. 






Weil der Park so schön ist haben die schönen Shout Out Louds auch ihr schönes Video dort gedreht.




Wie man sieht ging kurz nachdem wir gegangen waren ein wahrer Wolkenbruch auf Stockholm nieder. Wir flohen in ein Café in der Gamla Stan, Chokladkoppen, das für seine heiße Schokolade berühmt ist.